Immobilien Lexikon

Ablösung
Neues Darlehen eines anderen Darlehensgebers zur Rückzahlung/Ablösung eines Kredits. 

Abnahmeverpflichtung
Verpflichtung des Darlehensnehmers, ein Darlehen sich innerhalb einer vereinbarten Abnahmefrist auszahlen zu lassen. 

Abschreibung
Zu einem bestimmten Prozentsatz kann eine Wertminderung von Wirtschaftsgütern jährlich als als steuerlicher Verlust von den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgesetzt werden. Dies gilt nicht für den Grund und Boden, da sich dieser nicht abnutzt. Sein Wert wird nicht in die Abschreibung einbezogen. 

Anschaffungskosten
Neben dem eigentlichen Kaufpreis beinhalten die Anschaffungskosten für eine Immobilie auch Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Maklerprovision, Notar- und Grundbuchkosten, sowie Erschließungs- und Finanzierungskosten. 

Auflassung
Einigung des Verkäufers und des Käufers auf den Eigentumswechsel zur Übertragung des Grundstücks- bzw. Immobilieneigentums (§ 925 BGB). Erst durch die Auflassung und die Eintragung des Eigentumswechsels ins Grundbuch erfolgt der Eigentumsübergang. . 

Aufteilungsplan
Von der Baubehörde mit Unterschrift beurkundete Bauzeichnung. Auf diesem Plan müssen sowohl die Lage und Größe als auch Aufteilung des Gebäudes der im Sondereigentum und gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Gebäudeteile erkennbar sein. 

Auszahlungsvoraussetzung
Vereinbarung zwischen dem Darlehensgeber und dem Darlehensnehmer, die innerhalb eines Darlehensvertrags getroffen wird und sich auf die Auszahlung des Darlehensbetrages bezieht.

Bauantrag
Schriftlicher Antrag auf eine Baugenehmigung. Um das Baugenehmigungsverfahren mit dem Bauantrag einzuleiten, müssen folgende Unterlagen beim Bauamt vorliegen:
unterschriebener Bauantragsvordruck, Lageplan, Bauzeichnungen, statische Berechnungen, Baubeschreibungen, Berechnung Wohnraum nach DIN 277, Entwässerungspläne, Standsicherheits-, Wärme- und Schallschutznachweis, Haftpflichtversicherungsnachweis des Entwurfverfassers 

Bauanzeige
Wird vom Bauherrn bei der zuständigen Baubehörde eingereicht. Nicht baugenehmigungspflichtige Bauvorhaben werden auf diesem Wege bekannt gegeben. 

Baufinanzierung
Kredit bei einer Bank zum Kauf einer Wohnung oder eines Hauses, der im Zeitraum von mehreren Jahren zurückgezahlt wird. 

Baugenehmigung
Förmliches Verfahren zur Genehmigung eines Bauvorhabens, das in den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer vorgeschrieben ist. Diese Baugenehmigung ist zeitlich befristet und gebührenpflichtig. Mit den Baumaßnahmen darf ohne die Erteilung nicht begonnen werden. In einigen Bundesländern genügt für nicht baugenehmigungspflichtige Bauvorhaben eine Bauanzeige. 

Bauträger
Erwirbt Grundstücke in eigenem Namen und auf eigene Rechnung. Das Unternehmen errichtet auf diesem Grundstück Immobilien, welche nach Fertigstellung verkauft werden. 

Bebauungsplan
Rechtsverbindliche Festsetzung der zulässigen baulichen Nutzungsarten. Alle wesentlichen Angaben in Bezug auf die Bebauung des Gebiets sind in diesem Bebauungsplan zu finden. Beispielsweise beinhaltet der Plan die Baugrenzen, die Mindestgröße der Baugrundstücke, die Bauweise, die überbaubaren bzw. nicht überbaubaren Grundstücksflächen sowie die Anzahl der Geschosse. 

Beleihungsobjekt
Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen, die als dingliche Sicherheiten für eine Baufinanzierung dienen. Durch Eintrag von Grundschulden sichert sich die Bank in der Regel ab. 

Bereitstellungszins
Entgelt für die vom Kreditinstitut bereitgestellten Darlehen und Darlehensteile, die vom Darlehensnehmer noch nicht in Anspruch genommenen wurden. Beträgt in der Regel 3% jährlich bzw. 0,25% im Monat. 

Bodenwert
Wert des Grundstücks abhängig von Lage, von der Größe, Zuschnitt, Grad der Erschließung und Beschaffenheit; dieser Wert mit mit folgender Formel berechnet: 
Quadratmeterpreis (inklusive Erschließung) x Grundstücksgröße.

CO2-Gebäudesanierungsprogramm
Die KfW gewährt günstige Darlehen an Eigentümer von Altbauten für Umbauarbeiten, die den Energieverbrauch einer Immobilie wesentlich senken.

Darlehensbewilligung
Rechtlich verbindliche Zusage des Darlehensgebers über die Gewährung eines Darlehens. 

Degressive Abschreibung
Herstellungs- und Anschaffungskosten für Neubauten können alternativ zur linearen Abschreibung auch degressiv mit jährlich abnehmenden Sätzen abgeschrieben werden. In den ersten Jahren ist die steuermindernde Wirkung aufgrund der anfänglich höheren Abschreibung höher.

Eigenheimzulage
Wurde zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Die gesamte Föderung konnten sich jedoch Darlehensnehmer, die vor diesem Zeitpunkt den Kaufvertrag für ihre Immobilie abgeschlossen oder den Bauantrag gestellt hatten sichern. 
Die Eigenheimzulage setze sich aus dem Fördergrundbetrag von max. 1250,- € und der Baukinderzulage pro Kind 800,- €. zusammen. Sie war an bestimmte Einkommensgrenzen gekoppelt und wurde für eine Dauer von acht Jahren gewährt. Jeweils zum 15. März eines Jahres erfolgte die Auszahlung durch das zuständige Finanzamt. 

Eigenkapital
Für die Immobilienfinanzierung eingesetzte eigenes Vermögen. Dazu zählen: Bargeld, Bank- und Sparguthaben, Wertpapiere, Bausparguthaben und Eigenleistungen sowie eigene unbelastete Grundstücke. 

Eigennutzung
Nutzung einer Immobilie zu eigenen Wohnzwecken. Voraussetzung für die Gewährung der Eigenheimzulage für alle vor dem 1. Januar 2006 abgeschlossenen Kaufverträge oder gestellten Bauanträge. 

Einheitsnutzung
Vom Finanzamt festgesetzter Richtwert für Grundstücke und Gebäude, u.a. zur Ermittlung der Grundsteuer. Dieser Wert wird dem Eigentümer durch den Einheitswertbescheid mitgeteilt und liegt deutlich unter dem tatsächlichen Wert der Immobilie. 

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
Eine von sieben im Einkommensteuergesetz (§ 21 EStG) geregelten Einkunftsarten. Umfassen alle einkommensteuerpflichtigen Überschüsse oder Verluste aus Verpachtung oder Vermietung eines Grundstücks. 
Werbungskosten wie beispielsweise Kosten für Reperaturen, Modernisierung, Versicherung, Grundsteuer sowie Ausgaben für Wasser und Schornsteinfeger sind abzuziehen. Desweiteren können Darlehenszinsen und Abschreibungen (AfA) steuerlich geltend gemacht werden. 

Einliegerwohnung
Eine Einliegerwohnung muss folgende Mindestvoraussetzungen erfüllen:
separate, in sich abgeschlossene Wohnung mit einer Wohnungsgrösse von mindestens 25 m², eigener Küche und sanitären Einrichtungen,. 

Erbbaurecht
Ein in der Regel zeitlich begrenzter Vertrag mit einer Laufzeit von meist 99 Jahren, der es einem Bauherrn ermöglicht ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne selbst ein Grundstück kaufen zu müssen. An den Eigentümer des Grundstücks ist über die gesamte Nutzungsdauer ein im Voraus festgelegter Erbauzins zu entrichten. 

Erbpacht
Synonym für Erbbaurecht. Ein in der Regel zeitlich begrenzter Vertrag mit einer Laufzeit von meist 99 Jahren, der es einem Bauherrn ermöglicht ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne selbst ein Grundstück kaufen zu müssen. An den Eigentümer des Grundstücks ist über die gesamte Nutzungsdauer ein im Voraus festgelegter Erbauzins zu entrichten. 

Erschließung
Erforderliche Maßnahmen für die Baureife eines Grundstücks, wie der Anschluss des Grundstücks an die Wasser- und Abwasserversorgung sowie die Anbindung an das Strom-, Gas- und Telefonnetz.
Für die Infrastrukturanbindung sind in der Regel die Gemeinden zuständig, allerdings existiert eine Kostenbeteiligung des Grundstückseigentümers. 

Erschließungskosten
Entstehende Kosten zur Erschließung eines Grundstücks, z.B. Aufwendungen für den Anschluss des Grundstücks an die Kanalisation, an die Wasser- und Energieversorgung sowie an öffentliche Verkehrswege. 


Ertragswert
Grundlage zur Berechnung des Beleihungswerts insbesondere bei vermieteten Mehrfamilienhäusern. Erträge aus Mieten und Pachten abzüglich der Bewirtschaftungskosten bilden die Berechnungsbasis, die auf die Restnutzungsdauer der Immobilie hochgerechnet.

Feuerversicherung
Für die Finanzierung einer Immobilie ist der Nachweise einer bestehenden Brankschutzversicherung eine Grundvoraussetzung.
Diese deckt Schäden an Gebäuden, die durch Brand, Blitzschlag oder Explosion entstehen. Die Gesamtkosten der Wiederherstellung des Gebäudes (Neuwertversicherung) sollte im Schadensfall übernommen werden. 

Finanzierungsplan
Detaillierte Aufstellung der Erwerbs- und Herstellungskosten sowie der für die Finanzierung einzusetzenden Eigen- und Fremdmittel. Der Finanzierungsbedarf errechnet sich aus der Differenz der Gesamtkosten und den Eigenmitteln. Aus diesen Berechnungen wird für den Darlehensnehmer ein Tilgungsplan erstellt, in dem anfallenden Zins- und Tilgungsleistungen auflistet werden und der die monatliche Belastung festsetzt.

Gemeinschaftseigentum
Dieser Begriff bezieht sich hauptsächlich auf Eigentumswohnungen.
Zum Gemeinschaftseigentum zählen die Teile des Grundstücks und des Gebäudes, die weder Sondereigentum noch Eigentum eines Dritten sind - sowie jene Gebäudeteile, die für den Erhalt und die Sicherheit notwendig sind, z.B. Dach, Fassade, Treppenhaus, Fahrstuhl, Strom- und Wasserleitungen sowie Außenanlagen. Die Verwaltung und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums obliegt allen Miteigentümern gemeinsam. 

Geschlossener Immobilienfonds
Investieren das Geld ihrer Gesellschafter hauptsächlich in gewerbliche Immobilien. Wobei diese Fonds sich meist auf die Finanzierung eines oder weniger Objekte beschränken. Im Gegensatz zu offenen Fonds ist das Kapital auf eine feste Summe begrenzt. Den Investoren stehen zwei Investierungsmodelle zur Verfügung: entweder sie treten als Miteigentümer an den Grundstücken auf oder werden Gesellschafter einer KG oder BGB-Gesellschaft.
Diese Anlageform eignet sich insbesondere für Anleger, die ohne eigenen Verwaltungsaufwand und mit begrenztem Kapitaleinsatz am wirtschaftlichen Nutzen einer Immobilie teilhaben und dadurch Steuervorteile erzielen wollen. 

Grundbuch
Ein beim Amtsgericht geführtes Register, in dem die Rechtsverhältnisse eines Grundstücks darlegt werden. In ihm enthalten sind die Auskunft über die Größe und Nutzungsart des Grundstücks sowie die Eigentumsverhältnisse. Desweiteren enthält es eine Aufstellung der Rechte an anderen Grundstücken sowie der Lasten und Beschränkungen. Das Grundbuch kann eder mit berechtigtem Interesse einsehen. Es genießt öffentlichen Glauben, auf die Korrektheit der Angaben kann vertraut werden. 

Grundbuchamt
Abteilung des Amtsgerichts, in der die Grundbücher sowie Grundakten geführt werden. Um Einsichten in das Grundbuch bzw. Grundbuchauszüge zu erhalten, können sich Interessierte an das Grundbuchamt wenden. 

Grundbuchauszug
Vollständige Abschrift aller zu einem Grundstück bestehenden Grundbucheintragungen, diese kann bei berechtigtem Interesse beim zuständigen Grundbuchamt angefordert werden. 

Grunderwerbsteuer
Steuerliche Belastung beim Kauf oder Erwerb von bebauten bzw. unbebauten Grundstücken. Seit dem 1. April 2012 beträgt sie 5% des Kaufpreises. 

Grundschuld
Wird in der Regel zugunsten eines Gläubigers in das Grundbuch eingetragen und dient der Absicherung seiner Forderungen gegenüber dem Eigentümer ab. Die Grundschuld entspricht somit dem Pfandrecht an einer Immobilie. Sie ist abstrakt, sie kann auch ohne Bestehen einer bestimmten Forderung im Grundbuch aufgeführt sein. 

Grundsteuer
Von den Gemeinden erhobene Steuer auf Grundbesitz. Die Erhebung erfolgt anhand von einheitlichen Prinzipien. Die Berechnung hängt von dem jeweiligen Einheitswert sowie dem Hebesatz der Gemeinden ab.

Hypothek
Ein kaum mehr vorkommendes Grundpfandrecht, welches im BGB ausführlich geregelt ist. Schätzungen zufolge, sind lediglich 3% aller Grundpfandrechte noch Hypotheken. Die Kenntnis dieser Regelungen ist deshalb von Bedeutung, weil sie größtenteils für die heute überwiegend verwendete Grundschuld gelten.

Immobilienfonds - Offener Immobilienfonds
Sind im Gegensatz zu den geschlossenen Immobilienfonds als Wertpapieranlage zu betrachten: 
Von einer Kapitalanlagegesellschaft werden aus dem eingezahlten Sondervermögen Immobilien gekauft und auch wieder veräußert. Die Rendite setzt sich einerseits aus der Wertsteigerung der Immobilien und andererseits aus den Mieteinnahmen. Investoren können jederzeit Anteile erwerben und diese bei Bedarf an die Gesellschaft zurückgeben. Weder die Anzahl der Objekte noch die Höhe des Fondsvolumens oder die Zahl der Anleger ist begrenzt. Ein Großteil der Fonds bietet Stückelungen schon ab Beträgen unter 50 Euro an.
Der Verkauf von Anteile ist banktäglich gemäß den aktuellen Rücknahmekursen möglich. Die Initiatoren offener Immobilienfonds stehen in Konkurrenz, da die Wertsteigerung über das Interesse der Anleger bestimmt und somit über die finanziellen Zu- bzw. Abwendungen.

Kataster
Das Kataster ist ein amtliches, vermessungstechnisches Verzeichnis aller Grundstücke einer Gemeinde. Das Liegenschaftskataster besteht aus einem beschreibenden und einem darstellenden Teil. 

Kaufvertrag
Kaufvertrag von Immobilien muss notariell beurkundet werden. Privatschriftliche Verträge sind unwirksam. Im Kaufvertrag enthalten ist, um welche Flurstücke oder Wohnung(en) es sich handelt und welcher Miteigentumsanteil ggf. auf die Eigentumswohnung entfällt. Aufgeführt werden desweiteren die Regelungen sowie der Kaufpreis und die Zahlungsmodalitäten. Es existiert kein einheitlicher Kaufvertrag, aber die Notare halten sich in der Regel an bestimmte Vertragsmuster. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags geht Übergang des Eigentums noch nicht vonstatten. Die Eigentumsübertragung findet erst mit dem Eintrag des Käufers als Eigentümer in das Grundbuch statt. In der Praxis vergehen zwischen Unterschrift des Kaufvertrags und Eintragung vergehen in der Praxis jedoch mehrere Wochen. Gegen nachteilige Verfügungen kann sich der Käufer in dieser Zeit dadurch schützen, dass er die Eintragung einer Vormerkung vereinbart und beantragt.

Landesbauordnung
In den Landesbauordnungen der Bundesländer ist das jeweils geltende Bauordnungsrecht kodifiziert. Inhaltlich stimmen sie nur teilweise überein. Vor allem im Bereich des genehmigungsfreien Bauens ist Bewegung in die Landesbauordnungen gekommen. Jede Landesbauordnung wird begleitet von einer Reihe von Nebengesetzen und Verordnungen, die dem Bauordnungsrecht zugehören. 

Liegenschaftskataster
Amtliches Verzeichnis der Grundstücke im Sinne der Grundbuchordnung, das bei den Katasterämtern geführt wird. Das Verzeichnis enthält im Gegensatz zu den Bestandsverzeichnissen der Grundbücher alle Grundstücke einschließlich Erbbaurecht und Wohnungseigentum. Dies gilt auch für Grundstücke, die nicht im Grundbuch eingetragen sind. Das Liegenschaftskataster liefert den Nachweis von Eigentumsrechten am Boden und die Grundlage von Besteuerung und Grundstücksverkehr.
Das Liegenschaftskataster besteht aus den Katasterbüchern und Katasterkarten. 

Löschung
Löschung ist die Beseitigung einer Eintragung im Grundbuch. Die erledigte Eintragung wird jedoch nicht aus dem Grundbuch entfernt, sondern rot unterstrichen oder durchgestrichen. Unter der Spalte Löschungen wird anschließend ein spezieller Löschungsvermerk eingetragen. Damit soll auch später noch erkennbar sein, wann sich welche Eintragungen erledigt haben. Im Zweifel kommt es nicht auf die Rötung, sondern auf die Eintragung des Vermerks an. Die Löschung muss von demjenigen bewilligt werden, dessen Recht davon berührt wird.

Maklerprovision
Die Maklerprovision ist die Vergütung für die erfolgreiche Tätigkeit des Maklers. Die Höhe der Provision wird frei vereinbart, sie kann bis zu 6% des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Welchen Anteil davon Verkäufer und Käufer übernehmen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Fehlt es an einer Vereinbarung zur Höhe der Provision, ist die übliche Maklerprovision als vereinbart anzusehen. Courtage ist eine andere Bezeichnung für die Maklerprovision.

Nebenabreden
Nach § 313 BGB bedarf der Grundstückskaufvertrag mit sämtlichen Nebenvereinbarungen der notariellen Beurkundung. Wird diese Formvorschrift nicht beachtet, ist der Vertrag nach § 125 BGB nichtig. 

Notarielle Beurkundung
Bestimmte Verträge müssen vom Notar beurkundet werden, damit sie wirksam werden. Dies sind u.a. der Grundstückskaufvertrag, der Bauträgervertrag, die Bestellung eines Erbbaurechts sowie die Einräumung von Wohneigentum. Die Rolle des Notars besteht darin, den Vertragswillen der Parteien zu erforschen und zu formulieren. Er muss die Vertragsparteien über die rechtlichen Konsequenzen des Geschäfts belehren und ihre Erklärungen klar und eindeutig in der Urkunde wiedergeben. Mit seiner Unterschrift unter die Urkunde bestätigt er, dass der von ihm formulierte Vertragsinhalt dem Vertragswillen der Parteien entspricht.

Paragraph 181 BGB
§ 181 BGB besagt, dass ein Bevollmächtigter keine Rechtsgeschäfte mit sich selber schließen kann. Um bestimmte Abläufe nach Abschluss des Kaufvertrages zu vereinfachen, werden in der Regel z. B. die Notariatsangestellten bzw. der Grundstückseigentümer im Kaufvertrag bevollmächtigt, bestimmte Rechtsgeschäfte auszuführen. Um dies zu ermöglichen, werden die Bevollmächtigten im Kaufvertrag von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Sachwert
Der Wert eines bebauten Grundstücks, der sich aus der Summe von Bodenwert und Bauwert ergibt. Der Sachwert ist bei selbst genutzten Immobilien der für die Beleihung maßgebende Wert. 

Selbstnutzung
Selbstnutzung ist die Nutzung eigener Räume. Bei Wohnobjekten ist Selbstnutzung im Bereich der Eigenheimzulage eine wichtige Förderungsvoraussetzung. Als Nutzung zu eigenen Wohnzwecken gilt hier neben der Selbstnutzung auch die unentgeltliche Überlassung an Angehörige wie z.B. an den geschiedenen Ehegatten, Kinder, Eltern oder Geschwister. Auch für solche Objekte kann der Eigentümer die Eigenheimzulage erhalten. 

Substanzwert
Er beschreibt den aktuellen Wert einer Immobilie auf Grund ihrer Beschaffenheit. Der Substanzwert wird bei der Berechnung des Verkehrswertes berücksichtigt.

Tilgung
Tilgung ist die planmäßige vereinbarte Rückzahlung eines Darlehens. Die Tilgungsraten werden in der Regel vor Auszahlung des Darlehens vereinbart (Darlehensvertrag).

Übertragung von Immobilien
Immobilien können bereits zu Lebzeiten als Schenkung an Verwandte oder andere Dritte übertragen werden. Bei Übertragung fällt insoweit keine Grunderwerbsteuer an, als sie nicht mit Auflagen verbunden ist. Eine solche Auflage besteht oft darin, dass sich der Übertragende ein Nießbrauch an dem Grundstück einräumen lässt (Vorbehaltsnießbrauch). Die Übertragung unterliegt der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Die auf den Wert des Nießbrauchrechts entfallende Steuer kann gestundet werden. 

Unbedenklichkeitsbescheinigung
Bescheinigung vom Finanzamt, die der Käufer eines Grundstücks erhält, nachdem die fällige Grunderwerbsteuer gezahlt oder sichergestellt ist. Auch bei nicht grunderwerbsteuerpflichtigen Erwerben wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt. Sie ist Voraussetzung dafür, dass der Käufer als neuer Eigentümer ins Grundbuch eingetragen wird.

Verkehrssicherungspflicht
Derjenige, der eine Gefahrenquelle schafft (Haus, Schwimmbad, usw.), ist verpflichtet, alle zumutbaren Maßnahmen zu treffen, damit die Gefahrenquelle beseitigt wird. Unterlässt er diese Sicherungsvorkehrungen, kann er schadensersatzpflichtig gemacht werden. Kommt beispielsweise ein Passant vor einem Haus zu Fall, weil der Grundstückseigentümer im Winter nicht den Schnee geräumt hat, kann der Fußgänger Ansprüche gegen den Grundstückseigentümer geltend machen. Gegen solche Schadensersatzansprüche können sich Hausbesitzer durch den Abschluss einer Haushaftpflichtversicherung schützen. 

Verkehrswertgutachten
kann Verkäufer oder Käufer veranlassen, um verlässlichen Kaufpreis zu ermitteln. Hierbei ermittelt der Sachvertändige den Ist-Zustand des Hauses, erforderlichen Modernisierungsumfang, den Bodenwert und schließlich den Verkehrswert mit ausführlicher Begründung fest.

Wegerecht
Das Wegerecht ist ein spezielles Recht, welches innerhalb des Sachenrechts definiert wird. Man versteht hierunter das Recht einen Weg, der über ein fremdes Grundstück führt, für einen bestimmten Zweck zu nutzen, beispielweise zum Zwecke der Durchfahrt oder des Durchgangs. Das Wegerecht kann sich dadurch begründen, dass eine privatrechtliche Vereinbarung getroffen wurde, eine Grunddienstbarkeit bestellt wurde oder eine Baulast eingetragen wurde. Unter der Baulast versteht man ein Erklärung, die gegenüber der Bauaufsichtbehörde abgegeben wurde. Bei der privatrechtlichen Vereinbarung handelt es sich um eine vertragliche Regelung, die zwischen den jeweiligen Personen geschlossen wird. Wechselt bei dieser privatrechtlichen Vereinbarung jedoch der Eigentümer des Grundstücks, so ist die mit dem Vorbesitzer getroffene Vereinbarung nichtig. Es besteht also ab diesem Zeitpunkt kein Wegerecht mehr, es sei denn es wird eine neue privatrechtliche Vereinbarung getroffen. Bei der Grunddienstbarkeit handelt es sich dagegen um ein dingliches Recht, welches auf dem jeweils betroffenen Grundstück lastet und welches auch bei einem Eigentümerwechsel fortbesteht. 

Wertgutachten
Ein Wertgutachten wird in der Regel durch einen Sachverständigen erstellt. Das Wertgutachten spiegelt den aktuellen Wert eines Grundstückes oder eines Gebäudes wieder. Grundsätzlich kann ein Wertgutachten für die verschiedensten Zwecke erstellt werden. Es kann beispielsweise dem Eigentümer einer Immobilie beim Verkauf dieser sehr behilflich sein. Zudem kennen viele Eigentümer den aktuellen Wert ihrer Immobilie nicht und haben keine Ahnung welchen Kaufpreis sie verlangen können. Auch für den Käufer kann ein solches Wertgutachten hilfreich sein. Denn so weiß er, dass der vereinbarte Kaufpreis auch gerechtfertigt ist. Doch auch innerhalb der Immobilienfinanzierung ist es auf Grund der gesetzlichen Vorschriften in der Regel nötig ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Dies benötigt die Bank, um die sogenannte Beleihungsgrenze des Objektes festzulegen. Bei dem Wertgutachten wird nicht nur der Zustand es vorhandenen Gebäudes berücksichtigt, sondern beispielweise auch die Verhältnisse am örtlichen Markt und die Lage. 

Wiederkaufsrecht
Grundsätzlich handelt es sich bei einem Wiederkaufsrecht um ein Recht, welches vertraglich geregelt wird. Demnach räumt sich der Verkäufer einer Sache das Recht ein, die Sache zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Dieses Wiederkaufsrecht wird auch häufig im Bereich des Grundstücksverkaufs eingesetzt. In diesem Zusammenhang spricht man von der Rückauflassungsvormerkung. Sie wird insbesondere gern von Gemeinden und Städten angewendet, die ihre Grundstücke veräußern. Zur Sicherung des Anspruchs auf eine Rückübertragung des Grundstückes, wird die Rückauflassungsvormerkung in das Grundbuch eingetragen. Grundsätzlich sind bei der Bebauung des Grundstückes die unterschiedlichsten Auflagen (Bauauflagen) zu beachten und einzuhalten. Die Städte und Gemeinden sichern sich mit dem Wiederkaufsrecht ab, dass diese Auflagen seitens des Grundstückskäufers auch eingehalten werden. Hält der neue Eigentümer sich nicht an diese Auflagen, so hat die Gemeinde oder Stadt einen Anspruch auf die Rückübertragung des Grundstückes. Das Grundstück geht in diesem Fall wieder an die Stadt oder die Gemeinde zurück, die dann erneut Eigentümer ist.